„Versagt auch der Schnuller, dann,liebe Mutter, werde hart! Fange
nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen,es zu tragen, zu wiegen,
zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen. Das Kind begreift
unglaublich rasch, daß es nur zu schreien braucht, um eine mitleidige Seele
herbeizurufen und Gegenstand solcher Fürsorge zu werden. Nach kurzer Zeit
fordert es diese Beschäftigung mit ihm als ein Recht, gibt keine Ruhe mehr, bis
es wieder getragen, gewiegt oder gefahren wird – und der kleine aber
unerbittliche Haustyrann ist fertig” (ebd., S.
165). Eines Tyrannen entledigt man sich durch Tyrannenmord. Das Baby ist ja nun
noch kein Tyrann, droht aber einer zu werden, folglich muß es zwar noch nicht
umgebracht werden, Todesangst aber soll es ausstehen. Und Todesangst steht es
aus, wenn es Nacht für Nacht und Tag für Tag bis auf kurze Zeiten zwischendurch
und wirklich von den ersten Minuten nach seiner Geburt an alleingelassen
wird."
Sigrid Chamberlain "Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes
Kind S. 27)
"Und was macht den vollwertigen Menschen aus? Vor allem, daß er sich
fügt. Es ist die entscheidende Forderung an das kleine Kind, daß es lerne, sich
zu fügen. Darum geht es letzten Endes auch immer wieder bei Haarers strengen
Essensregeln, obwohl sie vorgibt, daß sich alles nur um Gesundheit und Gedeihen
des Kindes drehe. Über das Essen zu verfügen, das verleiht Macht. Das
Machtverhältnis, das zwischen der Mutter als Nahrungsspenderin und dem kleinen
Kind entsteht, gibt der Mutter nach Canetti „ein Gefühl von Übermacht, das sich
schwerlich durch ein anderes normales Verhältnis unter Menschen überbieten
läßt” (Canetti 1993, S. 246). Ihrer Macht ist sich auch Frau Haarer bewußt: „Wenn nun aber das Kind trotz aller vernünftiger
Anleitung zu ordentlichem Essen, trotz richtiger Einteilung der Mahlzeiten und
aller Hilfen, die wir ihm dabei gewähren, dennoch Schwierigkeiten macht – was
dann? … Wir nehmen dem
Kinde das Essen in aller Ruhe weg … Wir legen es durchaus nicht darauf an, ihm etwa unsere Macht
beweisen zu wollen und gewähren besonders dem Kinde, das uns reizen will,
keinesfalls den Anblick unserer Erregung oder unseres Zornes … Auf diese Weise
lernt das Kind einsehen, daß Ungezogenheit und Widerspenstigkeit beim Essen
einige Stunden Hunger zur Folge haben” (Haarer 1940b, S. 175
f.)."
Sigrid Chamberlein S. 71 ff aaO.
Einer Krise der Wirtschaft durch Zwang zu
begegnen, in einer maroden Industrie "Arbeit durch Drohung mit Hunger"
zu erzwingen ist ein Meisterstück pädagogischer deutscher Verschlagenheit aber
ein Reim auf die tiefen Verankerungen des Nationalsozialismus insbesondere in
den Introjekten deutscher und deutsch sozialisierter Frauen.
Die Deutschen kommen nicht aus ihrem
pädagogischen Versmaß heraus und dieses fußt ideengeschichtlich in der Nazi -
Identität in der Gestalt der Familienidentität (Tilmann Moser).
Man kann mit einiger Berechtigung in der
Frage der ---- Introjektmengen ---- und ihrer Wirkungskreise sagen, daß der
Deutsche bis heute den Nationalsozialismus in sich trägt und sozial
auswirkt.
Die Krise befeuert nicht nur den Judenhass
und alte Weltbilder, sie bringt auch aus dem kollektiven Unbewußten die dunkle
Triade hervor, den Dreiheits - Logos des Menschen als Träger und Aggregat
eines Gewaltprinzips in der Gestalt des Staates.
Mit der sozialrechtlichen Formel: Arbeit
durch Angst, Fortschritt durch Zwang wird genau das Gegenteil erreicht.
Es zeigt diese Formel aber die
Ausweglosigkeit der deutschen Weiblichkeit in der Gestalt der "Haarer -
Kontinuität".
Hier kann man getrost auf Anja Röhl
abstellen.
Deutschland ist psychologisch und
pädagogisch gescheitert, es errichtet weiland verwendete Prinzipien verquer
neu.
Angst ist das zentrale Machtmittel gegen
eine Krise.
Daß Angst als psychologischer Terror die
Depression befördert wird nicht reflektiert.
Jetzt kommt zu dem NS - Erziehungsgedanken
der totalen Gewaltexposition noch eine umfassende Reflektionsunfähigkeit hinzu,
womit der ganze deutsche Apparat des "Kulturraums" psychotisch
gestellt wird.
Die Psychodynamik und ökonomischen Folgen
dieser Kinderseelen - schlachtenden Mütterlichkeit ist unschwer zu
erahnen.
Der verwaltete Todschlag an der Seele wird
eine Hypothek begründen, die sich arbeitspsychologisch massiv niederschlagen
wird, - und zwar in Gehorsam versus Erfindergeist.
Die Anpassung wird das wirtschaftliche
Hintertreffen begründen und verstärken.
Das Kind, der Mensch, der produktiv sein
soll, wird unter diesen Gewaltdrücken früher oder später zerbrechen.
Spiegelt der Zusammenbruch die Folgen der
weiblichen Gewalt, so kommt es zur Spiegelwut der mächtigen Frau und diese
beginnt, wie ein Gewaltverbrecher, der die eigenen Strukturen nie zu
reflektieren vermochte, eine Orgie von Gewalt - Enttäuschtsein, -
Reflektionsausfall und Gewalt als einiger Lösung.
Die tollwütige deutsche Frau, die
das Kind in Anfällen von kriminellem Wahnsinn zerdrischt, um
der eigenen emotionalen Unfähigkeit die Krönung zu verpassen. Was Hitler
verlangte wurde vererbt, das Erbe inventarisiert, vermengt und verzinst.
Die Deutschen sind in der Gestalt von
Krieg und Völkermord in der kodierten und vererbten Erziehung (Anja Röhl) ein
forensisch krankes und stets zur Gewalt neigendes Volk, das in der Krise in den
Gewaltausdrücken und dem Blutrausch in diesem Prinzip keine Grenze findet und
fallweise durch militärische Intervention von außen "psychologisch
behandelt" werden muß.
Die deutsche Abneigung gegenüber der
"jüdischen Psychologie"
"An dieser Stelle möchte ich noch einmal etwas aufgreifen, das bereits
in dem Kapitel über Reinlichkeit, Zärtlichkeit, Affenliebe usw. eine Rolle
spielte, nämlich Haarers so vehement geäußerte Abscheu vor in ihren Augen
undeutschen Psychologisieren und entarteten Forschern: „Eine uns art- und
wesensfremde „Jedes Kind ist eine Schlacht” Seelenkunde verzerrte und
entstellte die natürlichsten Zusammenhänge wischen Eltern und Kindern, bauschte
belanglose Nichtigkeiten der kindlichen Entwicklung zu schweren Gefahren auf. Rassenfremde
Forscher zerrten Dinge in Sicht des Bewußseins und der gedanklichen
Zergliederung, die im Urgrund der Seele schlummern und in Ruhe gelassen werden
sollten. Dabei schreckten sie in ihrer Deutung vor keiner Ungeheuerlichkeit
zurück”
(Haarer 1940b, S. 118)."
Sigrid Chamberlain S.
101 ff aaO.
Der Antrieb der Deutschen den
Bereich der Tiefenpsychologie zu verdrängen und damit ihre Erkenntnismittel
nicht anzuwenden fußt tatsächlich auf dem Antisemitismus als alleiniger
Motivation.
Der (wahnhafte und also schwer
geisteskranke) Judenhass (Morbus Luther) treibt die Deutschen bis heute dazu,
die Realität der Tiefenspsycholgoie zu leugnen und diese Wissenschaft zu
verdrängen.
Dies mit allen Folgen für die wuchernde
Sozialisation in den Relikten totaler Machtstaatlichkeit, vorzugsweise in den
Ausdrücken einer gewaltsüchtigen weiblichen Hilflosigkeit.
Deutschland ist kein Staat im
herkömmlichen Sinne: Es ist wie Tschernobyl, eine Anlage gebaut über den Ruinen
eines mörderischen SuperGAUs.
Der Brennstoff, das Inventar des
mörderischen dritten Reichs ist in den Familien verklausuliert und wirkt wie
die Strahlung psychologisch und in der sozialen Ordnung nach, - mit allen
ökonomischen Folgen.
Deutschland betreibt im Moment eine
Krisenverstärkung, keine Krisenminderung. Es errichtet ein vervielfachendes
psychologisches Moment und errichtet eine totale (aber in sich hilflose)
Verwaltung, die als familiaristische Errichtung strukturiert wird.
Der Kampf gegen Rechts ist ein Ausdruck
einer diffusen Angst über das innere Wesen in der Familie. Man jagt
Stellvertreter - Objekte, was wiederum Hilflosigkeit offenbart.
Es ist der Kampf gegen das familiäre
Selbst in der Gestalt vermeintlich äußerer Kräfte.
Dieser holographierte Kampf indiziert aber
in sich wiederum eine Psychose und Reflektionsversperrung.
Die Krise ist als psychologische Krise
umfassend und es gibt derzeit keine Hinweise, daß sich dieser Pathomorph ändern
wird.